"Rutter-Konzert" ein tolles Erlebnis

Seligenstadt - Als "tolles Erlebnis" wurde das große Chor- und Orchesterkonzert mit in Seligenstadts Kirche St. Marien von vielen Zuhören bezeichnet: Der Gesangverein Liederfreund 1858 Froschhausen hatte mit zwei weiteren Chorgruppen aus dem Bereich Alzenau die "Mass oft the children" des britischen zeitgenössischen Komponisten John Rutter aufgeführt.

Diese Messe wurde im Jahre 2002/2003 komponiert und im Februar 2003 in der New Yorker Carnegie Hall uraufgeführt. Das Werk für bis zu achtstimmigen Chor, Orchester und Kinderchor stellte damit eine große Herausforderung für die Akteure dar, die sie jedoch mit großem Engagement optimal bewältigten.
Zunächst wurde das Konzert aber durch die Konzertouvertüre, dargeboten von der Kammerphilharmonie Bad Nauheim, eröffnet. Als Remineszens an das im letzten Jahr wiedergekehrte 200. Geburtsjahr des großen deutschen Komponisten der Romantik, Felix Mendelssohn Batholdy (1809 - 1847), wurde die Ouvertüre zum "Märchen von der schönen Melusine" dargeboten. Diese im Jahre 1833 entstandene Ouvertüre behandelt die Sagengestalt der Melusine, die als Strafe einen Tag pro Woche als Meerjungfrau verbringen muss. Die Leichtigkeit, mit der das Orchester diese Ouvertüre intonierte, war ein hervorragender Einstieg in das Konzert.
Im Anschluss hatte dann der Chor seinen großen Auftritt. Die Sängerinnen und Sänger des A-cappella-Chores des Gesangvereins Liederfreund 1858 Froschhausen, weitere Sänger aus dem Männerchor des Vereins, brachten gemeinsam mit Sängerinnen und Sängern der Chöre Männerquartett Michelbach, Tonblüte Albstadt und Singkreis Alzenau Felix Mendelssohn Bartholdys "Hör mein Bitten", eine ebenfalls bis zu achtstimmige Vertonung des Psalms 55, 2-8, zu Gehör und wussten dabei durch eine große Klangfülle und viel Einfühlungsvermögen zu überzeugen. Dirigentin Regina Wahl, die A-cappella-Chor und Männerchor des Liederfreund Froschhausen leitet, oblag die Gesamtverantwortung. Als Solistin wirkte Katrin Arnold aus München, die einen glockenhellen Sopran darbot. Das Werk besticht vor allem durch das Gegeneinander der Themenpräsentation zwischen Chor und Solistin im ersten Teil, aber vor allem durch die hochmelodische Thema im 2. Teil: "O könnt ich fliegen wie Tauben dahin".

Hiernach hatten die Kinder ihren ersten großen Auftritt. Mit "God be with you" von William Tomer wurde die Brücke in den angelsächsischen Raum geschlagen. Eine eingängige Melodie wurde hier in einem Arrangement von Josef Otten vertont. Die Kinder aus drei verschiedenen Kinderchören - Liederfreund Froschhausen, Bavaria Michelbach und die Teenisesingers des Volkschors Langenselbold - fügten sich hierbei schon als harmonisches Ganzes zusammen. Das Bass-Solo wurde von Peter Wahl wahrgenommen. Die Kinder - in diesem Werk einstimmig - wussten hierbei schon Akzente zu setzen - die Spannung auf das mehrstimmige Hauptwerk des Konzertes wuchs.
Und schließlich kam die "Mass oft the children".
Der Aufbau der Messe gleicht dem der lateinischen Missa brevis, John Rutter fügte allerdings mehrere poetische Texte hinzugefügt. Die Komposition zeigt alle Stärken der Werke John Rutters. Text und Musik gehen in idealer Weise zusammen und klassische Satztechniken verbinden sich mit populärer Harmonik. Insbesondere das gewaltige "Gloria" aber auch das "Finale - Dona nobis pacem" begeisterten die Zuhörer. Geradezu rührend auch die von den Kindern intonierte Stelle "Little lamb, who made thee" im Agnus Dei. Hierbei zeigte sich auch, dass Regina Wahl es gelang, den Chor und auch den Kinderchor hervorragend aufeinander abzustimmen, stellte doch dieses Thema im weiteren Verlauf einen Wechselgesang zwischen Chor und Kinderchor dar. Aber auch die mehrstimmigen Passagen des Kinderchores, insbesondere die sich im ganzen Werk wiederfanden, fanden großen Anklang.
Der Chor hielt, was er mit der Vertonung des Psalmes am Anfang des Konzerts versprochen hatte: Stimmgewaltig, aber ebenso auf die vielen verschiedenen Dynamik-Veränderungen eingehend, wirkte er wie ein Ensemble aus einem Guss. Dieses Zusammenwirken des Chores mit den Kindern, beider Fähigkeiten, bei den Zuhörern Begeisterung hervorzurufen und die beiden Solisten Katrin Arnold (Sopran) und Peter Wahl (Bass) machten es möglich, dem ganzen Konzert nach Ansicht vieler Zuhörer das Attribut "Tolles Erlebnis" zu verleihen.
Die Gesamtleitung lag in den Händen von Regina Wahl, die Kinderchöre einstudiert hatten Christel Stolle, Leiterin des Froschhäuser Kinderchors, und Elisabeth Neyses



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